Flüchtlingsseelsorge

 
„Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“
(Mt 25,35)
 
 
>>> Die Fragen von Flucht und Migration prägen die Geschichte des christlichen Glaubens. Neben vielen biblischen Erzählungen von Vertreibung und Exil ist es auch Jesus Christus selbst, der sich mit den Fremden identifiziert und uns dazu aufruft, sie in unserer Mitte aufzunehmen.
 
>>> Wir sind da, wenn der Weg allein zu schwer wird: Wir sind Wegweiser und Begleiter und informieren, wo Hilfe zu finden ist. Da Information allein nicht ausreicht, gehen wir in der Not auch mit – wenn geflüchtete Menschen Angst vor Behörden oder Einrichtungen haben.
 
>>> Flüchtlingsseelsorge heißt Mut machen, um „dranzubleiben” und dafür die Kraft zu finden. Hand in Hand mit SozialarbeiterInnen, AsylanwältInnen und spezialisierten Zentren für Folteropfer oder Traumatisierte kämpfen wir für die Würde jeder einzelnen Person. Gemeinsam mit Kammern und Arbeitgebern arbeiten wir an Wegen in die berufliche Integration.
 
 
 
>>> Integration bedeutet für uns mehr als nur Sprachkenntnisse oder ein Arbeitsvertrag.
Es geht um Teilhabe, Chancengleichheit und Würde.
 
 
>>> Für wen wir da sind:
Geflüchtete Menschen in Mannheim und Umgebung – unabhängig von Herkunft, Status oder Religion.
 
>>> Konkrete Hilfe, Begleitung und Beratung:
Begleitung & Behörden: Unterstützung bei Terminen (z. B. Ausländerbehörde), Aufenthaltsrecht und amtlichem Schriftverkehr.
 
Arbeit & Bildung: Hilfe bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie bei Bewerbungen.
 
Persönliche Seelsorge: Ein offenes Ohr bei Einsamkeit, Überforderung, Heimweh, Zukunftsängsten oder Rassismuserfahrungen.
 
Netzwerk & Alltag: Vermittlung von Orten der Ruhe (z. B. zum Lernen), Freizeitangeboten (z. B. Sportvereinen) und Kontakt zu Anwälten, Fachärzten sowie Sozialdiensten.
 
Gemeinden, Initiativen & Interessierte: Unser Ansprechpartner Jochen Winter kann auch für Vorträge, Infoveranstaltungen oder Impulse angefragt werden.
 
 
>>> Einblick in unsere Arbeit
 
Ein Geflüchteter absolviert eine Ausbildung zum Pflegehelfer. Die Noten stimmen, doch die Situation in der Unterkunft ist unerträglich laut, es gibt keinen Raum zum Lernen. Dazu kommen Heimweh, die Sorge um die Familie im Heimatland, die ständige Angst vor Abschiebung sowie Rassismus im Alltag. Der Druck wird zu groß, die ungeöffneten Briefe im Briefkasten machen Angst.
 
>>> Wie wir in einer solchen Situation helfen:
Da sein: Wir bieten einen geschützten Raum für Tränen, Frust und Ängste. Wir machen Mut und suchen gemeinsam nach persönlichen Kraftquellen.
 
Handeln: Wir nehmen Kontakt zur Stadtverwaltung auf, um eine Verlegung in eine ruhigere Unterkunft zu erwirken. Wir vermitteln Kontakte zu Sportvereinen, sprechen mit dem Ausbildungsbetrieb und stimmen uns mit Anwälten sowie Sozialarbeitern ab.
 
Entlasten: Wir gehen Schritt für Schritt den Briefstapel durch und erklären das weitere Vorgehen.
 
>>> Weiterführende Links & Partner
 
>>> Flüchtlingsrat Baden-Württemberg – Engagiert für eine menschliche Flüchtlingspolitik
 
>>> PRO ASYL – Der Einzelfall zählt – Unabhängige Rechtevertretung für Geflüchtete
 
>>> Sicherer Hafen Mannheim – Lokale Bündnisse und Initiativen in Mannheim
 
>>> Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz – Informationen zu Kirche, Migration und Asyl
 
>>> Anprechperson
  

Jochen Winter

Flüchtlingsseelsorger
 
>>> Jochen Winter ist Flüchtlingsseelsorger in Mannheim und Heidelberg, dort vor allem im Patrick-Henry-Village tätig. Er ist Diplom Religionspädagoge  (FH) und ausgebildete Friedensfachkraft mit einem Master in Intercultural Conflict Management.
 
„Ich liebe Geschichten. Täglich höre ich dramatische, absurde und schmerzliche Geschichten von Menschen aus aller Welt. Ich höre zu, frage nach, schweige und manchmal weine ich mit. Ich tröste und ich versorge die seelischen Wunden, oftmals auch ganz praktisch – mit neuen Perspektiven oder einem Kuscheltier für die Kinder. 
Wenn die Worte fehlen hilft das Gebet und ein Segen. Ein Zuspruch Gottes, egal welche Religion jemand hat oder welche Sprache gesprochen wird. Ich lege das  Erlebte und die Zukunft der Menschen in Gottes Hand und ich arbeite daran, dass jede einzelne Geschichte vielleicht doch noch ein Happy End bekommen kann.“